Eine Orgel für Riga!

Die Petri-Kirche in Riga gehört zu den ältesten Kirchen im Baltikum. Sie ist die Reformationskirche der über 800 Jahre alten Hansestadt, der Hauptstadt Lettlands, und mit ihrem markanten Barockturm ein Wahrzeichen der Stadt. Im Krieg wurde sie schwer beschädigt; 1984 war das Kirchengebäude restauriert und der Turm wieder aufgebaut. Die Orgelempore blieb jedoch leer. Wie die historische Altstadt Rigas gehört die Petri-Kirche zum UNESCO-Welterbe.

Die Geschichte der Kirche ist durch eine herausragende musikalische Tradition geprägt, deren berühmtester Repräsentant der Organist Johann Gottfried Müthel ist, der letzte Schüler J.S. Bachs. Er spielte auf der 1734 fertiggestellten Barock-Orgel des Orgelbauers Gottfried Kloosen (vermutlich Schüler von Andreas Hildebrands). Diese Orgel soll nun rekonstruiert werden.

Eine lettisch-deutsche Stiftung engagiert sich mit Unterstützung eines deutschen Fördervereines seit 2011 für die Rekonstruktion der Orgel. Mit dem europäischen Gemeinschaftsprojekt wird ein Stück Musikgeschichte wieder erstehen, das in Gottesdiensten und in Konzerten das musikalische Leben der Stadt Riga bereichern wird.

Am 4. Mai 2018 um 20 Uhr wird es in der St. Nikolai-Kirche, Berlin-Spandau ein Benefiz-Konzert geben. Mit diesem Konzert wird auch die zweite staatliche Unabhängigkeit Lettlands, gemäß des lettischen Beschlusses am 4. Mai 1990, mit dem Niedergang der Sowjetunion gewürdigt. Es spielen und gestalten das Programm die lettischen Organistinnen Prof. Vita Kalnciema und Rudite Livmane sowie der deutsche Organist Prof. Klaus Eichhorn mit weiteren Gastkünstlern. Es werden Kompositionen von Müthel und J. Kuhnau gespielt sowie Stücke der lettischen Komponisten Lūcija Garūta und Alfrēds Kalniņš. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für das Projekt wird freundlichst gebeten.