Die aktuelle Lage der lettischen Finanzwelt

In den letzten Wochen kursieren in den Medien verschiedene Gerüchte über die Situation in der lettischen Finanzwelt. Um Klarheit zu schaffen, möchten wir Ihnen einen Überblick über die Ereignisse der letzten Wochen vorstellen.

Das Aus der ABLV Banka. Die Aktionäre der drittgrößten lettischen Bank gaben Ende Februar die Auflösung des Finanzinstituts bekannt. Das ist ein freiwilliges Verfahren, welches in Folge der Ankündigungen der amerikanischen Behörde FinCEN eingeleitet wurde. FinCEN kündigte Sanktionen gegen die Bank an, weil sie in Geldwäschedeals Richtung Nordkorea verwickelt sei. Obwohl keine Beweise vorgelegt wurden, beschädigte es das Ansehen der Bank, verunsicherte die Anleger und brachte das Finanzinstitut in einer Schieflage. Der Vorstand wählte daraufhin die sicherere Variante und beschloss die kontrollierte Auflösung der Bank. Das lettische Finanzministerium stuft die Bank als nicht systemrelevant ein.

Forderung der Norvik Banka. Im Dezember 2017 reichte die lettische Norvik Banka eine Forderung an das Internationale Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (International Centre for Settlement of Investment Disputes, ICSID) ein. In der Forderung wird der lettische Staat in unfairer Regulierungspraxis gegenüber Norvik Banka beschuldigt. Teil der Strategie der Bank ist es auch die Bildung der Öffentlichkeitsmeinung zu beeinflussen, weshalb Beschuldigungen auch in der Presse erschienen sind. Der lettische Staat nimmt diese Beschuldigungen sehr ernst und fordert die Bank auf  eine Klage bei den staatlichen Behörden einzureichen. Lettland bevorzugt alle Streitigkeiten auf dem Rechtsweg basierend auf geltenden Regeln und Gesetze zu beseitigen. Damit die Finanzdienstleistungen in Lettland noch effizienter werden, ist es enorm wichtig alle Zweifel zu beseitigen und notfalls entsprechende Schritte zu tun, damit die Beschuldigten bestraft werden.

Korruptionsvorwürfe an den lettischen Notenbankenchef Ilmārs Rimševičs. Die lettische Korruptionssbehörde erhielte Hinweise und Beweismaterial, dass Rimševičs Bestechungsgelder angenommen haben soll. Der langjähriger Leiter der lettischen Zentralbank wurde am 17. Februar verhört und zum Verdächtigten erklärt. Die Untersuchung ist fortlaufend und wird in den nächsten Wochen mehr Klarheit schaffen. Während der Untersuchung erhielt der Notenbankchef ein Ausreiseverbot und ist somit in seiner Funktion beeinträchtigt.

Am 13. März wird die Finanzministerin Lettlands Frau Dana Reizniece-Ozola im Rahmen des Nordic Baltic 8 Seminars in der IHK Frankfurt am Main auftreten. Sie wird auch auf die aktuellen Ereignisse im lettischen Finanzbereich eingehen.

Die Botschaft der Republik Lettland ist fortwährend bereit Ihnen Auskünfte bezüglich der aktuellen Lage in Lettland zu geben. Sprechen Sie uns direkt an!