„airBaltic wird gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen“

Die nationale lettische Fluggesellschaft airBaltic wird nach der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Krise sehr stark sein und wenn möglich wieder in vollem Umfang fliegen, teilte Martin Gauss, CEO von airBaltic, in einem Interview auf der LETA am 3. September mit.

Der Umsatz von airBaltic ging in der ersten Hälfte dieses Jahres um 63,6 % auf 78,7 Millionen Euro zurück, während sich die Verluste der Gruppe mit 184,77 Millionen Euro fast versiebenfachten.

Gauss begründete diese Verluste mit COVID-19, da die Betriebsergebnisse des Unternehmens im Januar und Februar deutlich besser ausgefallen waren, als erwartet.

„Danach folgte ein Zeitraum von 62 Tagen, in dem wir die Flüge stornieren und viele Mitarbeiter entlassen mussten. Einerseits hatten wir kein Einkommen, andererseits aber hohe Ausgaben, weil wir Tickets umbuchen oder Geld für abgesagte Flüge zurückzahlen mussten. Zusätzlich waren weiterhin Leasinggebühren für Flugzeuge zu leisten. Die Verlustrechnung beinhaltet auch jene Zahlungen für Flugzeuge, die wir im Moment gar nicht nutzen“, sagte Gauss.

Martin Gauss verwies auf ähnliche Situationen anderer Fluggesellschaften und darauf, dass die Verluste von airBaltic im Vergleich relativ gering seien. Allerdings rechnet er mit steigenden Verlusten in den kommenden Monaten, sagt aber auch: „Wir haben einen Plan, an den wir uns halten, und wenn wir wieder voll fliegen können, wird das Wachstum sehr schnell sein.“

Er bedauert, dass Lettland das einzige Land in Europa sei, das den Luftverkehr in so hohem Maße einschränkt. Im Unterschied beispielsweise zu Deutschland, von wo aus man überallhin fliegen kann. „Es gibt nur bestimmte Risikoländer. Rückkehrer nach Deutschland müssen in Quarantäne oder Tests durchführen, aber der Transport ist nicht verboten.“