Abavas – Caffè Lette Teilnehmer stellen sich vor

Es ist einer jener wunderschönen Geschichten, die sich oft auf dem Planeten Wein finden und fast immer ganz viel mit Liebe, Leidenschaft und Freundschaft zu tun haben. Mārtiņš Barkāns – seines Zeichens passionierter Obstwein-Macher im lettischen Sabile – wollte all denjenigen Freunden, die ihn bei seiner kühnen Weinguts-Gründung unterstützt hatten, ein ganz besonderes Weihnachts-Geschenk machen. Und Tüftler wie er ist, knobelte er einen Weg aus, wie man Rhabarber, in Lettland im jeden Garten zuhause, zu einem raffnierten Schaumwein verwandeln kann. Gerademal 25 Flaschen umfasste die Jungfern-Füllung!
Und die Resonanz war so heftig, dass er für sage und schreibe 2.000 Flaschen Nachbestellungen bekam. Die Existenz eines original-lettischen Sparkling Rhubarb Wine Brut hatte sich wie ein Lauffeuer in dem kleinen Land rumgesprochen.
Abavas Ģimenes vīna darītava oder kurz Abavas ist nahe des kleinen Dorfes Sabile ansässig, das in der Tukuma-Region liegt, rund 100 km nordwestlich von Riga. Hier haben sich Mārtiņš Barkāns und Liene Barkāne einen Traum erfüllt, der 2007 bei einem Besuch kleiner, familiärer Weingüter in der Toskana begann. Allerdings mussten die beiden Idealisten einige Steine, fast möchte man sagen Hinkelsteine, aus dem Weg räumen, bevor ihr lettisches Weingut Realität wurden. Doch wie heißt es dort: nichts ist unmöglich in Lettland und so wurde im Jahr 2010 aus dem Traum Wirklichkeit.
Der Standort Sabile, nahe des Abava-Flusstals, ist durch sein Kleinklima, einige der wenige Regionen, wo Weinbau möglich ist. Doch schnell stellten Mārtiņš und Liene fest, dass die eigentlichen Früchte ihrer nördlichen Heimat Schwarze Johannisbeeren, Himbeeren, Rhabarber, Aronia, Holunder und natürlich Äpfel sind… Und auch aus diesen Früchten kann man köstliche Weine und ebenso köstliche Brandweine machen. Aber wie! Und so startete eine verblüffend erfolgreiche Geschichte, denn die Cider, Fruchtweine und Obstbrände räumen Preise in Serie ab und sind aus der Szene-Gastronomie Rigas nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile hat das Gut allerdings doch 4,5 ha mit Rebsorten bepflanzt, darunter die deutsche Solaris und etwas mysteriöse heimische Rebsorten.
Mit dem Bau einer eigenen Vinothek hat man sich auch den Weg in den Tourismus geöffnet. Schön zu sehen, dass ein solch großes, unternehmerisches Risiko auch mal belohnt wird.