UNTERNEHMENSGRÜNDUNG

Lettinvest Unt
UNTERNEHMENSGRÜNDUNG, UMSTRUKTURIERUNG UND LIQIUDATION

Alle Unternehmen müssen im Kommerzregister registriert sein. Um legalen Status zu erreichen, müssen die Unternehmensgründer das Gründungsabkommen oder den Gründungsbeschluss (im Falle eines einzigen Gründers), den Gesellschaftsvertrag und den Adressnachweis zusammen mit den Quittungen für die Registrierung und die Veröffentlichung in der offiziellen Zeitschrift “Latvijas Vestnesis” vorbereiten und an das Unternehmensregister schicken. Die anfallenden Registrierungskosten hängen von der Geschäftsform ab. Sie betragen 355 Euro für Aktiengesellschaften, sie variieren zwischen 20 und 150 Euro für Gesellschaften mbH und betragen 30 Euro für Zweigstellen .
Vor der Antragsstellung beim Unternehmensregister müssen Gesellschaften mbH mindestens 50% des Stammkapitals  und Aktiengesellschaften mindestens 35 000 des gezeichneten Kapitals anzahlen. Der restliche Betrag muss innerhalb eines Jahres nach dem Tag der Registrierung im Unternehmensregister bezahlt werden. Das Unternehmensregister verpflichtet sich, innerhalb von 3 Tagen die Anträge durchzuarbeiten und die Unternehmen zu registrieren. Dies kann aber auch an einem Werktag geschehen, wenn eine dreifache Registrierungsgebühr gezahlt wird.

Unternehmenszusammenschlüsse unterliegen den Bestimmungen des Handelsrechts und EU-Direktiven. Es dauert ungefähr 6 bis 8 Monate, um alle Formalitäten zu klären. Einer Umstrukturierung müssen alle Anteilseigner des Unternehmens zustimmen.

Die Liquidation eines Unternehmens kann freiwillig nach einem Beschluss der Anteilseigner des Unternehmens oder in anderen gesetzlichen Fällen geschehen. Rechtlich beträgt die Mindestdauer dieser Prozedur 6 Monate. Das Unternehmen sowie auch jeder Gläubiger des Unternehmens kann Konkurs beantragen. 

GESCHÄFTSFORMEN

Die im lettischen Kommerzrecht vorgeschriebenen Hauptgeschäftsformen sind Einzelunternehmer, GmbH, Aktiengesellschaften und Partnerschaften.

Einzelunternehmer

Privatpersonen müssen sich als Einzelunternehmer im Kommerzregister registrieren wenn ihr jährlicher Umsatz aus wirtschaftlichen Aktivitäten 284 600 EUR überschreitet, oder wenn ihre Aktivitäten denen eines Handelsvertreters oder eines Brokers entsprechen, oder auch wenn ihr jährlicher Umsatz aus den Aktivitäten mehr als 28 500 EUR beträgt und sie mehr als 5 Arbeitnehmer beschäftigen. Der Unternehmer haftet für seine rechtlichen Verpflichtungen mit seinem ganzen Besitz.

GmbH

Die in Lettland gebräuchlichste Gesellschaftsform ist die GmbH (SIA). GmbHs sind geschlossene Unternehmen deren Eigenkapital der Nennwert aller Anteile, die nicht öffentlich vermarktet werden können, ist. GmbHs können von einer oder mehreren Privatpersonen oder Unternehmen gegründet werden. Der alleinige Anteilseigner kann gleichzeitig das einzige Mitglied im Vorstand und der einzige Angestellte sein. Der ständige Aufenthalt in Lettland ist für die Vorstandsmitglieder nicht erforderlich, nur müssen sie unter der registrierten Unternehmensadresse erreichbar sein. Das Kapital einer GmbH ist in Anteile aufgeteilt und die Anteilseigner haften mit dem Wert ihrer Anteile. Das Mindestkapital einer GmbH beträgt 2800 EUR, kann aber auch geringer ausfallen, wenn die GmbH weniger als 5 Mitglieder hat und einige andere Anforderungen des Kommerzrechts erfüllt. Anteilskapital kann auch mit materiellen oder immateriellen Wirtschaftsgütern gedeckt sein. Die administrativen Einheiten einer GmbH sind die Hauptversammlung der Anteilseigner, der Vorstand und der Aufsichtsrat (falls vorgesehen). Laut dem Kommerzgesetz Lettlands kann nur die Hauptversammlung der Anteilseigner die Satzung ändern, das Kapital vergrößern oder verringern und andere im Kommerzgesetz festgelegten Aktivitäten durchführen.

Die Exekutive einer GmbH ist der Vorstand, dessen Hauptaufgabe der Versand eines vierteljährlichen  Überblicks über die Aktivitäten und den finanziellen Status der GmbH an den Rat ist.

In der Regel dauert es ca. eine Woche um eine GmbH zu gründen und es kostet ca. 150 EUR.

Aktiengesellschaft

Aktiengesellschaften sind Unternehmen deren Kapital sich aus der Gesamtsumme der Nennwerte aller Anteile des Unternehmens zusammensetzt. Aktiengesellschaften können geschlossen oder offen (Anteile sind im öffentlichen Umlauf) sein. Das Mindestkapital von Aktiengesellschaften beträgt 35 000 EUR. Aktiengesellschaften, die die Tätigkeiten von Banken, Versicherungen ausüben oder Währungen an- und verkaufen, brauchen ein höheres Kapital. Aktiengesellschaften können normale Aktien und Vorzugsaktien herausgeben, welche den Anteilseignern das Recht auf Dividenden, Liquidationsquoten und Stimmrecht bei Vollversammlungen garantieren.

Aktiengesellschaften werden geleitet von Vollversammlungen, Aufsichtsräten und Vorständen. Nur die Vollversammlungen können über jährliche Budgets, die Verwendung des letztjährigen Gewinns, die Be- oder Abberufung von Ratsmitgliedern, Auditoren, Liquidatoren und Kontrolleuren der Gesellschaft entscheiden und andere im Handelsrecht festgelegte Aktivitäten ausüben.

Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat vertritt die Interessen der Anteilseigner zwischen den Vollversammlungen, er wählt den Vorstand und kontrolliert seine Aktivitäten. Der Vorstand ist eine exekutive Einheit von Aktiengesellschaftern mit einem oder mehreren Mitgliedern. Wenn die Anteile der Gesellschaft im öffentlichen Umlauf sind, müssen mindestens 3 Personen im Vorstand sein.

Partnerschaft

Eine Partnerschaft ist ein Unternehmen, in dem sich 2 oder mehrere Personen (Mitglieder) zusammengeschlossen haben, um auf der Basis eines Partnerschaftsabkommens unter einem gemeinsamen Namen wirtschaftliche Tätigkeiten auszuüben. Das Handelsrecht sieht hierfür zwei Formen einer Partnerschaft vor – unbeschränkte und beschränkte Partnerschaften. Beide können von 2 oder mehreren Personen geschlossen werden. Der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Formen ist der, dass bei einer unbeschränkten Partnerschaft alle beteiligten Seiten volle Haftung für die Schulden der Partnerschaft übernehmen. Andererseits werden beschränkte Partnerschaften von beschränkten und unbeschränkten Partnern gegründet, wobei der beschränkte Partner mit seinem beigetragenen Kapital haftet. Partnerschaften werden auf der Grundlage von Partnerschaftsabkommen gegründet und haben keine Vorschriften bezüglich eines Mindestkapitals. Der Gewinn oder die Verluste von Partnerschaften werden am Jahresende proportional zum beigetragenen Kapital zwischen den Partnern aufgeteilt.

Zweigniederlassung

Entsprechend dem Handelsrecht dürfen lettische und ausländische Unternehmen Zweigniederlassungen in Lettland gründen. Eine Niederlassung ist ein organisatorisch unabhängiger Teil eines Unternehmens, der wirtschaftliche Tätigkeiten ausüben darf aber nicht als juristische Person angesehen wird. Eine Niederlassung unterliegt den gleichen Berichterstattungspflichten wie registrierte Unternehmen und das Mutterunternehmen der Zweigniederlassung haftet für alle Tätigkeiten, die von der Zweigniederlassung ausgeübt werden.

Vertretungen sind, genauso wie Zweigniederlassungen, keine eigenständigen juristischen Personen. Vertretungen können keine wirtschaftlichen Tätigkeiten ausüben und ihre Funktionen sind auf Marktforschung, Promotion des Mutterunternehmens und andere limitierte Marketingaktivitäten beschränkt.