ARBEITSMARKT

Lettinvest Arbeitsmarkt

Beschäftigungsverhältnisse werden in Lettland durch das nationale Arbeitsrecht geregelt, das überwiegend auf den arbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Richtlinien der EU basiert. Diese regeln unter anderem die Gleichbehandlung, betriebsbedingte Kündigungen, Arbeitszeitregelungen und Ruhepausen. Die Einhaltung des Arbeitsrechts wird von der lettischen Arbeitsaufsichtsbehörde (englische Bezeichnung: State Labor Inspectorate, kurz SLI) sowie den Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften überwacht.

Immer mehr junge Menschen in Lettland streben einen Universitätsabschluss an: Durchschnittlich kommen 45 Studierende auf 1.000 Einwohner. Nimmt man die traditionellen Ausbildungsberufe hinzu, ergibt sich das Bild einer höchqualifizierten, leistungsbereiten und gleichzeitig mehrsprachigen Arbeitnehmerschaft: 70 Prozent der Bevölkerung unter 40 Jahren spricht Englisch und 80 Prozent der Gesamtbevölkerung ist des Russischen mächtig.

Die Arbeitsproduktivität wird auch durch die geringe Anzahl gesetzlicher Feiertage begünstigt:

• 1. Januar – Neujahr.
• 2 Tage (variiert jährlich) – Karfreitag und Ostermontag.
• 1. Mai – Tag der Arbeit.
• 4. Mai – Tag der Unabhängigkeitserklärung.
• 23. und 24. Juni – Sommersonnenwende.
• 18. November – Lettischer Unabhängigkeitstag.
• 25. und 26. Dezember – Weihnachten.
• 31. Dezember – Silvester.

Zu Beginn des Jahres 2014 lebten in Lettland rund 2 Millionen Menschen, darunter 55 Prozent beziehungsweise 1,1 Millionen Erwerbstätige im Alter von 15 bis 74 Jahren. Ende September 2014 betrug die Arbeitslosenquote 8,2 Prozent, was einen Rückgang gegenüber dem Jahresende 2013 (9,3 Prozent) bedeutete. Die positiven Beschäftigungszahlen sind auf eine gestiegene wirtschaftliche Aktivität zurückzuführen. Unter den ungelernten Arbeitskräften ist die Arbeitslosigkeit am höchsten, während in manchen Branchen und Bereichen wiederum ein gewisser Fachkräftemangel herrscht.

Aktuell leben in Lettland 1,9 Millionen Einwohner (Statistisches Amt Lettland, csb.gov.lv, 2017), Arbeitslosenquote liegt bei 9,5 % (Statistisches Amt Lettland, csb.gov.lv, 2016).

Viele junge Lettinnen und Letten wagen bereits während des Studiums den Sprung ins Arbeitsleben und schaffen so frühzeitig ihr berufliches Profil. Die neue Generation zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, ausgezeichnete Kommunikationskompetenzen und ein hohes technisches Verständnis aus. Die Teilnahme an universitären Austauschprogrammen (Erasmus etc.), das vielfältige Angebot internationaler Studierendenorganisationen wie AIESEC und die Pflege umfassender internationaler Netzwerke tragen zur stetigen Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse bei.

Laut einer Eurobarometer-Studie aus dem Jahr 2012 liegt Lettland hinsichtlich des Bevölkerungsanteils, der neben der Muttersprache noch mindestens eine Fremdsprache spricht, unter allen europäischen Staaten auf Rang zwei. 95 Prozent der Einwohner Lettlands sprechen eine Fremdsprache fliessend, und 54 Prozent beherrschen mindestens zwei Fremdsprachen (sechsthöchste Platzierung). 13 Prozent zählen gar drei Fremdsprachen und mehr zu ihrem Repertoire. Lediglich 5 Prozent der Befragten gaben an, über keinerlei Fremdsprachenkenntnisse zu verfügen.

Mit einem Anteil von 67 Prozent ist Russisch die beliebteste Fremdsprache in Lettland, gefolgt von Englisch mit 46 Prozent und Deutsch mit rund 7 Prozent. Ebenfalls verbreitet sind Französisch, Italienisch und Polnisch. Da der skandinavische Arbeitsmarkt fur lettische Arbeitnehmer attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten bietet, erfreuen sich auch skandinavische Sprachen (Schwedisch und Norwegisch) zunehmender Popularität. Mehr als 44 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, eine Fremdsprache täglich zu praktizieren – ob beruflich oder privat.

In Kleinunternehmen erfolgt die Einstellung neuer Mitarbeiter durch die Unternehmensleitung, den zuständigen Abteilungsleiter oder mithilfe einer Personalagentur. Ausländische Unternehmen und Investoren greifen häufig auf die Dienste dieser Personalagenturen zurück. Alternativ werden Stellenangebote in gängigen Jobportalen veröffentlicht. Die endgültige Entscheidung erfolgt dann auf Grundlage interner Auswahlverfahren.

Bei der Erstellung von Stellenangeboten sind verschiedene arbeitsrechtliche Vorschriften zu beachten: Eine Ungleichbehandlung auf Grundlage von Alter, Geschlecht, Herkunft etc. ist nicht zulässig. Gleichzeitig müssen Name und Anschrift des Arbeitgebers oder der Personalagentur stets vollumfänglich angegeben werden.

Personalagenturen stehen in Lettland unter der Aufsicht der Staatlichen Arbeitsagentur (auf Lettisch Nodarbinātības Valsts Aģentūra, kurz NVA). Eine Liste der zertifizierten Unternehmen ist in lettischer Sprache auf der Website der NVA unter www.nva.lv zu finden. Fur eine qualitativ hochwertige Personalrekrutierung in Lettland kommen etwa zehn Personalberatungen in Frage, die meist Teil eines internationalen Netzwerks sind. Einige Unternehmen bieten zudem eine Auslagerung der Personalverwaltung und Lohnbuchhaltung an.

Je nach Art der Position nimmt das Bewerbungsverfahren für gewöhnlich zwei bis sechs Wochen in Anspruch.